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Pressebericht letzter Auftritt
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- Grenzecho von Griseldis Cormann
Quattro Lamiere und S’nana als Gäste beim Herbstkonzert des Männergesangvereins Cäcilia - Nürnbergerin Sabine Hickmann neue Dirigentin
Vielseitiger Abend zum Dirigenten-Abschied
Am Samstagabend verabschiedete sich im Bergscheider Hof der leitende Dirigent des Männergesangvereins Cäcilia Raeren, Norbert Hansen. Zu seinen Ehren gastierten Quattro Lamiere und S’nana in Raeren. Bei diesem alljährlichen Herbstkonzert dirigierte Norbert Hansen ein letztes Mal den Chor.
Pünktlich um 20 Uhr begann der Abend mit dem Auftritt des gastgebenden Männergesangvereins - zum letzten Mal nach 17 Jahren mit seinem Dirigenten Norbert Hansen. Der Gesangverein bot eine angenehme Rundreise durch Europa. Der Start erfolgte in Österreich mit »Trösterin Musik«. Weiter ging die große Fahrt in die französische Bretagne. Hier wurde ein Stück, das das Herbstwetter zum Ausdruck bringt, vorgetragen: »Le vent«. Weiter blieb man in Westeuropa und machte sich auf den Weg nach Deutschland: »Märznacht«. Dann ging es in den hohen Norden nach Norwegen. Es folgte ein sehnsuchtsreiches Liebeslied von Edvard Grieg: »Ich legte mich am Abend«. Hier bot Edwin Radermacher ein überzeugendes Solo; weiter ging es in Richtung Osten, nach Ungarn. Ein weiteres schwungvolles Liebeslied von Lajos Bardos folgte: »Dana Dana«. Es folgte ein mazedonisches Volkslied, das von einer »unanständigen« Forderung eines Mannes gegenüber eines jungen Mädchens erzählt. Der Mut der jungen Frau, den Mann in die Flucht zu schlagen, gibt den Rhythmus des Stückes vor – »Brala Jani Kapini«. Hier endete die Reise durch Europa.
Von Europa aus, ging es auf in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten: die USA. Es wurde ein Gospel ausgepackt, der für die schwarzafrikanischen Sklaven in den USA den Glauben, ins Himmelreich einzuziehen, stärkte: »When the saints go marching in« mit Blechbläser-Begleitung.
Im Anschluss an den mit rhythmischem Applaus bedachten Konzertteil wurde zunächst Dirigent Norbert Hansen offiziell verabschiedet. Man dankte ihm für 17 lange Jahre Einsatz für den Chor: »Jemand, der nie ein falsches Wort gegenüber einem Vereinsmitglied verloren hat, und jemand, der sich immer für das Gemeinwohl des Gesangvereins eingesetzt hat«, so Präsident Josef Fuhrt, der durchs Programm führte. Doch so wisse auch er, dass jede Zeit einmal zu Ende gehe – »schön ist es, wenn es, wie hier, in Freundschaft geschieht«. Ein Präsent sowie Blumen wurden Dirigent Hansen und seiner Gattin zum Abschied überreicht.
Harmonischer Abgang
Es folgten nun noch zwei Zugaben, darunter »Zwölf Räuber«. Hier brillierte Edwin Radermacher ein weiteres Mal als Solist – gestützt durch das in Einklang stehende Zusammenspiel mit der Chorgruppe. Das Publikum applaudiert dem Gesangverein, der Chor applaudiert seinem Dirigenten und der Dirigent applaudiert seinen Sängern – ein harmonischer Abgang. Nun konnte sich Norbert Hansen voll und ganz zurücklehnen und das restliche Programm voller Genuss verfolgen.
Das Quartett Quattro Lamiere bedankte sich für die Einladung und nutzte seinen Auftritt in Raeren als Generalprobe für seine bevorstehende Einstufungsprüfung am 6. November. Nach eigenen Angaben »lief in diesem anspruchsvollen Repertoire noch nicht alles reibungslos«, aber das gehört schließlich zum Ruf einer Generalprobe. Der Auftritt begann mit einem kurzen und prägnanten Stück: »After the ball«. Lang und sehr tief gehend war dagegen das dreiteilige »Concerto for Brass Quartet«, geteilt in »Allgro Molto«, »Andante,« bei dem in verschiedene Richtungen gespielt wird, um ein besonderes Hörerlebnis zu erzeugen, und anschließend »Allegro Vivace«. Daraufhin folgte ein variantenreiches Stück über den Teufelsgeiger Paganini: »Variations on a Theme of Paganini«. Bis hierhin wurde ernst gearbeitet und vorgetragen, aber auf einmal boykottiert ein Spieler des Quartetts das nächste Stück, »Organ Prelude and Fugue«. Es beginnt mit »Hänschenklein« und endet in einem harmonischen Quartett-Spiel. Dieses Spielchen mit dem Publikum und der Ernsthaftigkeit der Musik war eindrucksvoll und konnte, so dachte man, nun nicht mehr getoppt werden. Es folgten aber dennoch sehr schön vorgetragene Stücke wie »The Crazy Turkey« und »Unter Donner und Blitz«, das mit einer atemberaubenden Beschleunigung aufwartete. Für das letzte Stück lauteten die Vorgaben des Komponisten Alfred Reed an die Musiker: »Spielen Sie das Stück so schnell wie möglich, aber nicht schneller«. Nach diesem Auftritt wurden die vier Künstler vom Publikum nicht so einfach von der Bühne entlassen. Es folgten zwei Zugaben, darunter »Early in the morning« mit Gesangseinlagen.
Der Saal war bis auf wenige Plätze voll besetzt, was diese eindrucksvolle Stimmung erzeugte; dazu beigetragen hat auch das durch Kerzenschein erzeugte besondere Licht. Die Pause wurde zu einem ersten regen Austausch über die Vorstellungen genutzt. Nachdem im ersten Teil des Abends das männliche Geschlecht die überhand hatte, wurde nun mit S’nana ein reiner Damenchor auf die Bühne geholt. S’nana ist eine Gruppe junger Damen, die vor zehn Jahren zu zehnt ihre Leidenschaft des Gesangs gemeinsam ausleben wollten. Inzwischen sind es 30 Frauen, denen ein breites Repertoire zur Verfügung steht – gesanglich wie auch tänzerisch.
Formationen
Mit ihrem Eröffnungslied »Najé« marschierten sie in den Saal ein. Im Folgenden präsentierten sie moderne englischsprachige Lieder unter instrumentaler Begleitung wie »The Rose«, »The Girl from Ipanama« sowie »Somewhere«. Hierbei bildeten sie immer wieder besondere Formationen: einmal als »wilder Haufen« mit viel Platz zwischen den Künstlerinnen, dann als eng geschlossene Gruppe, die das Publikum tiefsinnig anschaut. Neben den Liedern mit instrumenteller Begleitung wurde auch a capella vorgetragen, und zwar in allen drei Landessprachen Belgiens: »Singen«, »Marieke« sowie mit Hintergrundbegleitung »Ensemble«. Die Sängerinnen wussten nicht nur die Bühne zu nutzen; zum einen kamen sie bereits von draußen singend in den Saal, und bei einem anderen Stück verteilten sie sich im Publikum. Einen weiteren, nicht minder eindrucksvollen Höreffekt erzeugten die Damen mit einem Domino-Klatschen und Springen auf der Bühne im Eingang zu dem Lied »Afrika«. Ein lebendiges Programm, das an Freiheit erinnert und daraus entstehende Einheit in Vielfalt prägnant widerspiegelt.
Nach der Zugabe von S’nana folgte die Überraschung des Abends: die Vorstellung der neuen musikalischen Leitung des Männergesangvereins Cäcilia. In seiner 160-jährigen Geschichte steht zum ersten mal eine Frau am Dirigentenpult: Sabine Riekmann. Die Nürnbergerin belegt zurzeit ein Masterstudium in klassischem Dirigat und Gesang in Maastricht. Die Überraschung war gelungen und bot, ebenso wie die Vielfalt der Auftritte, viel Gesprächsstoff für den Rest des Abends - ganz in der Philosophie des Vereins: »Singen erhebt uns, lässt uns Freude, Licht und Schatten erleben, bringt Mut, Zuversicht und Trost in die Herzen«.
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